5. Internationales Caritas Ferienlager

5. Internationales Caritas-Jugendlager im Nahen Osten fand in Alexandria und Kairo/Ägypten statt

Mittlerweile ist es schon zu einer fixen Einrichtung geworden - das alljährlich von der Caritas Salzburg in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern im Nahen Osten organisierte und durchgeführte Sommerferienlager für bedürftige Kinder, das ganz im Zeichen der Völkerverständigung steht. Nach Syrien (1999), Libanon (2000), Ägypten (2001) und Jordanien (2002) - 2003 musste das Lager wegen des Irakkrieges leider ausfallen - war 2004 wiederum die Caritas Ägypten Gastgeber für dieses Lager, das von 4. - 25. Juli in Alexandria und Kairo stattfand. Quartiere waren das Kloster "Tito" der Barmherzigen Schwestern in Alexandria (Woche 1 + 2) bzw. ein Kloster koptisch-katholischer Ordensschwestern in der Nähe von Kairo (Woche 3).

Die insgesamt 95 teilnehmenden Kinder stammten aus dem Libanon (17), Syrien (10), Ägypten (28), Palästina (10), Jordanien (9), dem Sudan (13) sowie erstmals auch aus Libyen (8). Bei den sudanesischen Kindern handelte es sich um Kriegsflüchtlinge aus dem Südsudan, die in Ägypten leben. Aufgrund der politischen Situation war es leider auch 2004 wieder unmöglich, Kinder direkt aus Palästina am Lager teilnehmen zu lassen, weshalb dafür Kinder aus zwei palästinensischen Flüchtlingslagern im Libanon eingeladen wurden.

11 Nationen unter einem Dach

Die Kinder im Alter von 9 - 13 Jahren waren von den Projektpartnern der Caritas Salzburg in den verschiedenen Ländern nach strengen Kriterien ausgewählt worden: es waren Waisen- und Flüchtlingskinder, auch zwei Behinderte, sowie Sozialfälle (etwa zwei ägyptische Straßenkinder und Kinder aus einem Slum von Kairo), die insgesamt 13 verschiedenen christlichen und moslemischen Konfessionen angehörten! Dazu kam noch ein multinationales Betreuerteam, vor allem 10 engagierte Jugendliche (7 aus dem Libanon, 1 aus Syrien, 1 aus Palästina sowie 1 aus Jordanien), die während des Lagers jeweils eine Gruppe von 9-10 Kindern betreuten. Weiters gehörten auch sechs Ordensschwestern von vier verschiedenen Ordensgemeinschaften dem Team an. Alles zusammen waren es 11 verschiedene Nationalitäten, die hier unter einem Dach zusammenlebten....

Die Ziele der Aktion sind seit 1999 immer gleich geblieben. Das Lager soll:
• einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten
• zum Abbau von Vorurteilen beitragen
• gegenseitige Achtung und Toleranz stärken
• Interesse für andere Länder, Religionen und Kulturen wecken
• sowie sozial benachteiligten Kindern unbeschwerte Ferien ermöglichen.

Unbeschwertes Spielen und spannende Ausf´lüge

Dementsprechend war auch das Programm aufgebaut: Einerseits gab es zahlreiche Ausflüge, um das Gastland kennen zu lernen, so etwa zu den Sehenswürdigkeiten von Alexandria (z.B. die Zitadelle und die berühmte Bibliothek von Alexandria) und Kairo (natürlich die Pyramiden und die Sphinx, das Ägyptische Museum,...).

Der österreichische Botschafter in Ägypten lud die ganze Gruppe (immerhin 130 Personen) dazu ein, einen ganzen Tag in einem Ferienressort in der Nähe von Alexandria zu verbringen, wobei viele der Kinder zum ersten Mal im Leben in einem Schwimmbad geschwommen sind oder in einem Restaurant gegessen haben. Auch die Einladung des deutschen Botschafters in Ägypten wird allen Teilnehmern sicherlich unvergesslich bleiben: eine Fahrt bei Sonnenuntergang mit Segelbooten auf dem Nil. Darüber hinaus besuchten die Kinder einen Zirkus und wurden in einen großen Freizeitpark eingeladen. Natürlich war die Gruppe auch mehrfach am Meer baden - einmal waren die Kinder sogar im Jachtclub von Alexandria zum Baden eingeladen.

Begeistertes Publikum beim internationalen Abend

Daneben gab es vielfältige Aktivitäten im Quartier der Kinder: Wettspiele, Gruppenarbeiten (zu Themen wie Freundschaft, Respekt oder Zusammenarbeit), Singen und Basteln sowie vieles mehr. Einen wichtigen Stellenwert hatte vor allem die Vorbereitung der verschiedenen Nationalabende, bei denen die Kinder ihr jeweiliges Heimatland mit Liedern, traditionellen Tänzen in den Landestrachten und vielfältigen Informationen (Poster, Broschüren, Schautafeln,...) präsentierten. Vielfach hatten die Vorbereitungen für die Nationalabende bereits lange vor dem Lager begonnen - so probten etwa die jordanischen Kinder bereits wochenlang vor der Reise und bereiteten ihre Kostüme vor. Bei jedem Nationalabend gab es auch die Nationalgerichte des jeweiligen Landes zum Essen, was einem kulinarischen Streifzug durch den ganzen Orient gleichkam. Gegen Ende des Lagers fand schließlich auch ein "internationaler Abend" statt, bei dem die besten Stücke der einzelnen Nationalabende vor Publikum aufgeführt wurden.

Ein besonderer Dank gilt allen Caritasorganisationen aus dem internationalen Netzwerk der Caritas, die durch ihre finanzielle Unterstützung die Durchführung dieses so einzigartigen Lagers ermöglicht haben: Caritas Salzburg, Caritas Deutschland, Caritas Italien, Caritas Luxemburg, Secours Catholique (= Caritas Frankreich), CRS (Catholic Relief Services = Caritas der USA) sowie die Caritas Internationalis (Vatikan).

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