10. Internationales Friedenslager in Ägypten
10. Internationales Friedenslager
98 sozial bedürftige Kinder aus 8 Nationen der Region verbrachten gemeinsam drei interessante und abwechslungsreiche Wochen in Ägypten
In der Zeit vom 14. Juli bis zum 4. August 2010 fand das heurige internationale Friedenslager der Caritas Salzburg für bedürftige Kinder aus dem ganzen Nahen Osten in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria an der Mittelmeerküste statt. Es war das bereits zehnte derartige Sommerlager der Caritas und somit auch ein ganz besonderes Jubiläum.
Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit der Caritas Ägypten durchgeführt, die somit schon zum vierten Mal Gastgeberin für diese in dieser Form im Nahen Osten einzigartige Aktion war. Das Quartier der Kinder war - wie schon in den vergangenen Jahren - das Kloster Tito der Barmherzigen Schwestern, eingebettet in einen wunderschönen Park, wo die teilnehmenden Kinder gastfreundliche Aufnahme und ideale Rahmenbedingungen fanden.
Nachdem das Projekt in der Vergangenheit bereits einige Male entweder aufgrund von Kriegen oder politischer Instabilität ganz abgesagt werden musste bzw. von derartigen Ereignissen überschattet wurde, passierte im heurigen Sommer zur großen Erleichterung des Organisationsteams nichts Derartiges und somit stand der ungetrübten Urlaubsfreude für sozial benachteiligte Kinder nichts im Wege.
So trafen am 14. Juli insgesamt 98 Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren in Alexandria ein. Diese stammten aus acht verschiedenen Ländern der Region (Libanon, Syrien, Palästina, Jordanien, Irak, Sudan, Jemen und Ägypten) und waren von den lokalen Partnern der Caritas in den jeweiligen Ländern - entweder die nationale Caritas, andere lokale Hilfsorganisationen oder Ordensgemeinschaften - nach strengen sozialen Kriterien ausgewählt worden. Zwei Drittel der Kinder mussten per Vorgabe Mädchen sein - durch diese Maßnahme sollte der in der ganzen Region weitverbreiteten Bevorzugung der Buben entgegengewirkt werden. Erstmals waren auch mehr als die Hälfte der teilnehmenden Kinder Muslime, während deren Anteil bei früheren Lagern nur ca. ein Drittel ausgemacht hatte.
Unter den Teilnehmern waren Waisenkinder (so etwa die ganze Gruppe aus dem Jemen bzw. die Kinder aus Jordanien, die aus den drei SOS-Kinderdörfern des Landes stammten), Straßenkinder (vier Buben aus Straßenkinderprojekten der Caritas in Kairo bzw. Alexandria), Flüchtlingskinder (beispielsweise die palästinensischen, irakischen und sudanesischen Kinder), Sozialfälle wie auch Kinder aus einem Slumviertel - allen gemeinsam war, dass sie ohne Hilfe der Caritas niemals drei unbeschwerte Ferienwochen hätten verbringen können.
Das Programm war überaus interessant und vielfältig. Einerseits gab es eine Vielzahl von Aktivitäten im Quartier der Kinder wie Basteln, das Erlernen von Liedern, eine Talenteshow sowie verschiedene sportliche Aktivitäten und Wettkämpfe. Die besten Sportler unter den Kindern erhielten am Schluss des Lagers Pokale und Medaillen. Außerdem gab es regelmäßige Gruppenarbeiten zu verschiedenen Themen (z.B. Hygiene, Kinderrechte und ähnliches) sowie auch mehrere Workshops mit einer professionellen Trainerin zu Friedensthemen (Respekt, Toleranz,…), an denen die Kinder sehr interessiert und engagiert teilnahmen.
Darüber hinaus galt es die Nationalabende der verschiedenen Nationen vorzubereiten, bei denen die Kinder ihr jeweiliges Heimatland mit Tänzen und Liedern in Nationaltracht vorstellten, außerdem gab es zu diesem Anlass landestypische Gerichte der jeweiligen Länder zum Essen, was einer kulinarischen Reise durch den ganzen Nahen Osten gleichkam. Gegen Ende des Lagers wurden dann die besten Stücke der verschiedenen Nationalabende im Rahmen eines internationalen Abends vor Publikum aufgeführt.
Natürlich kam auch das Kennenlernen des Gastlandes nicht zu kurz und so wurden zahlreiche Ausflüge unternommen. So konnten die Kinder die Sehenswürdigkeiten von Alexandria (wie etwa die Zitadelle, die berühmte Bibliothek von Alexandria sowie den ehemaligen Königspalast) kennenlernen. Die Unterstützung des Schweizer Botschafters ermöglichte außerdem ein zweitägiges Besuchsprogramm in Kairo mit der Besichtigung der Pyramiden und der Sphinx, des Nationalmuseums, einer Bootsfahrt auf dem Nil sowie dem Besuch eines Freizeitparks. Auch der österreichische Botschafter lud die Kinder in einen Aqua-Park und zum Essen ein. Für viele Kinder waren das Schwimmen in einem Schwimmbad oder das Essen in einem Restaurant eine erstmalige Erfahrung in ihrem Leben.


