4. Internationales Caritas-Ferienlager in Jordanien

Mittlerweile wird es immer mehr zu einer fixen Einrichtung  - das alljährlich von der Caritas Salzburg in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern im Nahen Osten organisierte und durchgeführte Sommerferienlager für bedürftige Kinder, das ganz im Zeichen der Völkerverständigung steht. Nach Syrien (1999), Libanon (2000) und Ägypten (2001) war heuer die Caritas Jordanien Gastgeber für dieses Lager, das von 4. - 25. August 2002 in der Hauptstadt Amman stattfand. Quartier war die Theodor Schneller Schule, die deutsche Schule, am Stadtrand von Amman.

Die insgesamt 88 teilnehmenden Kinder stammten aus dem Libanon (20), Syrien (15), Ägypten (12), Palästina (10), Jordanien (21) sowie aus dem Irak (10). Irakische Kinder nahmen zum ersten Mal an dieser Aktion teil, wobei die Kinder jedoch nicht direkt aus dem Irak kamen, sondern von der Caritas Jordanien aus in Jordanien lebenden irakischen Flüchtlingsfamilien ausgewählt worden waren. Ebenso war es aufgrund der politischen Situation auch heuer wieder unmöglich, Kinder direkt aus den Palästinensergebieten am Lager teilnehmen zu lassen, weshalb dafür Kinder aus mehreren palästinensischen Flüchtlingslagern im Libanon eingeladen wurden.

Multinationale Gemeinschaft

Die Kinder im Alter von 9 - 13 Jahren waren von den Projektpartnern der Caritas Salzburg in den verschiedenen Ländern nach strengen Kriterien ausgewählt worden: es waren Waisen- und Flüchtlingskinder, auch drei Behinderte, sowie Sozialfälle, die insgesamt 13 verschiedenen christlichen und moslemischen Konfessionen angehörten! Dazu kam noch ein multinationales Betreuerteam, das vor dem Lager durch spezielle Trainingsseminare auf diese Aufgabe vorbereitet worden war; vor allem 10 engagierte Jugendliche (7 aus dem Libanon, 2 aus Ägypten, 1 aus Jordanien), die während des Lagers jeweils eine Gruppe von 8-9 Kindern betreuten. Weiters gehörten auch sechs Ordensschwestern von vier verschiedenen Ordensgemeinschaften dem Team an. Alles zusammen waren es 11 verschiedene Nationalitäten, die hier unter einem Dach zusammenlebten....

Die Ziele der Aktion sind immer gleich geblieben und haben durch die Ereignisse des 11. September 2001 wohl noch eine größere Bedeutung bekommen. Das Lager soll:

  • einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten
  • zum Abbau von Vorurteilen beitragen
  • gegenseitige Achtung und Toleranz stärken
  • Interesse für andere Länder, Religionen und Kulturen wecken
  • sowie sozial benachteiligten Kindern unbeschwerte Ferien ermöglichen.

Unterstützung durch Botschafter

Dementsprechend war auch das Programm aufgebaut: Einerseits gab es zahlreiche Ausflüge, um das Gastland kennenzulernen, so natürlich zu den Sehenswürdigkeiten von Amman (z.B. das römische Theater), nach Petra - die Sehenswürdigkeit von Jordanien schlechthin - und Aqaba (Schwimmen am Privatstrand eines jordanischen Prinzen), nach Madaba und auf den Berg Nebo sowie zu den römischen Ruinen von Umm Quais und Jerash im Norden des Landes. Der deutsche und der österreichische Botschafter in Jordanien luden die ganze Gruppe (immerhin 120 Personen) jeweils zu einem Mittag- bzw. Abendessen in ein Restaurant ein, was für so manches Kind eine erstmalige Erfahrung war. Die Gruppe war im SOS-Kinderdorf in Amman ebenso eingeladen wie von der jordanischen Prinzessin Rajwa auf deren Bauernhof mit vielfältigen spielerischen und erzieherischen Aktivitäten.

Daneben gab es die Aktivitäten im Quartier der Kinder: Wettspiele, Gruppenarbeiten, Singen und Basteln sowie vieles mehr. Einen wichtigen Stellenwert hatte vor allem die Vorbereitung der verschiedenen Nationalabende, bei denen die Kinder ihr jeweiliges Heimatland mit Liedern, traditionellen Tänzen in den Landestrachten und vielfältigen Informationen (Poster, Broschüren, Schautafeln,...) präsentierten. Bei jedem Nationalabend gab es auch die Nationalgerichte des jeweiligen Landes, was einem kulinarischen Streifzug durch den ganzen Nahen Osten gleichkam.  Gegen Ende des Lagers fand erstmals ein "internationaler Abend" statt, bei dem die besten Stücke der einzelnen Nationalabende vor Publikum - Sponsoren, Vertretern der Caritas Jordanien und Familienangehörigen der Betreuer - aufgeführt wurden. Die jordanische Presse berichtete über das Lager ebenso wie der ORF, der einen Beitrag für die Sendung "Orientierung" drehte.

Ein besonderer Dank gilt allen Caritasorganisationen aus dem internationalen Netz-werk der Caritas, die durch ihre finanzielle Unterstützung die Durchführung dieses so einzigartigen Lagers ermöglicht haben und deren Zahl von Jahr zu Jahr zunimmt: Caritas Salzburg, Caritas Deutschland, Caritas Schweden, Caritas Belgien, Caritas Luxemburg, CORDAID (= Caritas Holland), Secours Catholique (= Caritas Frankreich), CRS (Catholic Relief Services = Caritas der USA, finanzierte die Trainingsseminare), Caritas Libanon und Caritas Irak.